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OSSC: Der Open Source Scan Converter

Jeder Retro Gamer kennt das Problem: Alte Konsolen lassen sich nur sehr widerspenstig (oder gar nicht) auf neuen Flachbildfernsehern betreiben und wenn es doch gelingen sollte, dann ist das Bild dank der zahlreichen „Bildverbesserer“ total matschig und hat mit der ursprünglichen Darstellung auf Röhrenfernsehern nur noch wenig zu tun. Wer jetzt aber nicht gleich seine ausrangierte „Röhre“ aus dem Keller holen möchte, für den gibt es seit geraumer Zeit Abhilfe, und die hört auf den Namen Open Source Scan Converter, oder kurz gesagt OSSC.

Auch ich habe mir jetzt endlich so ein Ding zugelegt und ich kann nur sagen (Achtung Spoiler), ich bin total begeistert! Aber langsam, eins nach dem anderen. Was ist der oder das OSSC eigentlich? Einfach gesagt, verarbeitet das Gerät analoge RGB- (über SCART), Komponentenvideo- und VGA-Eingangssignale und gibt sie in bis zu maximal fünfach multiplizierter Zeilenanzahl per HDMI wieder aus (ergibt eine Auflösung bis zu 1200p).

Wer jetzt denkt, oh Gott, das ist bestimmt alles ganz kompliziert, der irrt sich. Ihr müsst einzig und allein darauf achten, dass eure Konsole ein sauberes RGB-Signal erzeugt, zumindest dann, wenn ihr sie mit einem SCART-Kabel an den Fernseher anschliesst (war damals in Deutschland Standard). Ansonsten tut es auch ein Component-Video-Kabel oder ein VGA-Kabel (funktioniert beispielsweise per Adapter mit dem Amiga oder dem Sega Dreamcast).

Egal, für welche der genannten Varianten ihr euch entscheidet, nachdem ihr das OSSC mit eurer Konsole verbunden und das Gerät per herkömmlichem HDMI-Kabel an eurem Fernseher angestöpselt habt, kann es eigentlich schon losgehen. Und hierin liegt der größte Vorteil zu deutlich teureren Geräten, wie beispielsweise dem Framemeister von Micomsoft, bei denen jetzt erstmal eine aufwändige Konfigurations-Orgie beginnt, damit das Ausgabesignal adequat aussieht. Das OSSC gibt nach dem Einschalten bereits standardmäßig ein beeindruckendes Bild auf modernen Flachbildfernsehern aus. Die Pixel sind klar erkennbar, die Farben sind leuchtend und das Bild ist knackscharf. Ähnlich, wie bei aktuellen Mini-Konsolen, wie dem SNES Classic Mini oder dem Mega Drive Mini.

Wer möchte, kann dann natürlich noch per mitgelieferter Fernbedienung an zahlreichen Stellschrauben drehen und beispielsweise die Auflösung bzw. die Zeilen-Multiplizierung verändern. Natürlich gibt es auch diverse Möglichkeiten Scanlines (die röhrentypischen Rasterlinien) hinzuzufügen und so die Illusion eines Röhrenfernsehers noch zu verbessern. In den meisten Fällen werdet ihr aber mit den Default-Einstellungen schon ein sehr ordentliches Ergebnis erziehlen.

Ich habe das OSSC bisher mit meinem Mega Drive, SNES und der PC Engine getestet. Alles hat tadellos funktioniert und das Ergebnis war wirklich beeindruckend. Vergessen sind alle bisherigen Versuche, meine alten Schätzchen mit Adaptern und billigen Upscalern am 4K-TV zu betreiben. Bei Amazon findet ihr das Gerät in zusammengebautem Zustand (gibt´s auch als Bausatz für Bastler) für knapp 180,- Euro. Nach meinem Empfinden ein durchaus fairer Preis.

PS: Hinter diesem Artikel steht kein Sponsor. Ich habe das OSSC aus eigener Tasche bezahlt!

 

 

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