Beatém Up Konsole Neo Geo Spieletests

Samurai Shodown

  (SNK, 1993)

Anfang der 90ér Jahre begann eine grosse Prügel-Welle über die Spielewelt hereinzubrechen. Vor allem Capcoms Street Fighter 2 sorgte zuerst in der Spielhalle und dann auf dem Super NES für Furore. Aber es sollte in der Spielhalle (und speziell auf dem Neo Geo) wenig später weitere Herausforderer geben, die Street Fighter spielerisch das Wasser reichen konnten.

Der japanische Spielhallen-Experte SNK legte schon kurz darauf mit einem Street Fighter-Clone namens Fatal Fury nach, um der großen Nachfrage nach frischer Prügelware nachzukommen. Wenig später veröffentlichte die Edelschmiede noch weitere 2D-Prügler, wie World Heroes und Art of Fighting, für die hauseigene Heimkonsole das Neo Geo. Langsam wurde es allerdings Zeit neuen Pep in das Genre zu bringen. Was lag da näher, als den Kämpfern zusätzlich Waffen in die Hand zu drücken und sie so ausgerüstet in die Kampf-Arena zu schicken. Was dabei herauskam, war eines der besten 2D-Kampfspiele aller Zeiten – Samurai Showdown!

Kurz etwas zur hanebüchenen Hintergrund Story: Wir schreiben das Jahr 1788. Der böse Weltbeherrscher Amakusa Shira Tokisada ist kurz davor, den gesamten Planeten ins Chaos zu stürzen. 12 Recken verschiedener Herkunft und mit unterschiedlichen Waffen, versuchen dies in einem mittelalterlichen Turnier zu verhindern. Unter den bekanntesten Kämpfern befinden sich unter anderm der heroische Schwertmeister Haohmaru, ein geheimnisvoller Ninja namens Hattori Hanso, die groteske Kreatur Gen An oder der degenfechtender Ritter Charlotte.

Zu der Neo Geo-typischen Grafikpracht, inklusive Riesen-Sprites und dem aus Art of Fighting bekannten Zoom-Effekt, gesellt sich ein wunderbar atmosphärischer Soundtrack. Der Schiedsrichter brüllt seine Anweisungen in schönster Sprachausgabe (für damals keine Selbstverständlichkeit) und die Kämpfer beschimpfen sich natürlich in der jeweiligen Landessprache. Im Hintergrund ertönen größtenteils japanische Klänge, die wunderbar zur mittelalterlichen Stimmung beitragen. Die obligatorische Arcarde-Steuerung mitsamt Joystick und 4-Buttons passt zudem wie der sprichwörtliche Arsch auf Eimer. Selten wurde zu Hause so variantenreich und exakt gekloppt bzw. geschnezelt, wie in diesem Vorzeigetitel für stolze Neo Geo-Besitzer. Das Spiel beinhaltete zudem frische Ideen, wie ein aufladbarer „Wutbalken“ oder aus dem Hintergrund herein geworfene Goodies. Zudem ist es auch möglich, dem Kontrahenten die Waffe aus der Hand zu schlagen und ihn so kurzzeitig zu schwächen. Der Schwierigkeitsgrad im Solomodus ist durchaus fordernd aber nicht unfair. Aufgelockert werden die Partien außerdem durch diverse Bonus-Games (z.B. das Zerstückeln von Strohpuppen).

Fazit: Auch heute noch hat Samurai Shodown für mich nichts von seinem Charme verloren. Zusammen mit einem kampfbereiten Kumpel kann man sich immer noch wunderbare Wort- wie Bildschirmgefechte liefern. Der Genre-Primus Street Fighter sah damals im direkten Vergleich reichlich alt aus. Diese Tatsachte und das positive Feedback der Fans, spornte SNK kurz darauf natürlich an, an Umsetzungen für weitere Konsolen zu arbeiten. Schließlich konnten sich nur die Wenigsten zu dieser Zeit ein teures Neo Geo für zu Hause leisten. Erwähnenswert sind hier vor allem die grafisch abgespeckten Versionen für das SNES, das Megadrive oder Segas Handheld-Konsole Game Gear. An die Klasse des Automaten bzw. der Heimversion auf dem Neo Geo kamen die Portierungen erwartungsgemäß aber nicht heran. Die Spielereihe brachte es bis heute auf insgesamt 5 Teile und einige schwache RPG-Ableger (exkulsiv in Japan). Mein Fazit (mit aufgesetzter rosa Retro-Brille) dürfte demnach klar sein. Jeder, der sich in irgendeiner Form für Prügelspiele begeistern kann, sollte dieses Spiel einmal gezockt haben.

 

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