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Starfox

Viele meinen ja, dass das 3D-Zeitalter erst ab dem Erscheinen der Playstation so richtig begann. Allerdings gab es auch zu seeligen 16-Bit Zeiten schon die ersten Gehversuche in der dritten Dimension. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang noch sehr gut daran, als ich damals den Preview-Artikel zu Starfox für das SNES in der Spielezeitschrift „Videogames“ las. Und die ersten beeindruckenden Screenshots haben mich damals sofort gepackt und ich konnte es wirklich kaum abwarten, bis das Spiel endlich auch in unseren Gefilden herauskam. Aber warum ewig auf eine PAL Umsetzung warten, wenn man das Game auch als Japan-Import beim Videospiele-Dealer um die Ecke bekommt?

Ich sage euch warum! Das Spiel kostete zu dieser Zeit als Import happige 200,- DM! Das war ja fast schon Neo-Geo-Niveau und für mich als Azubi zu der damaligen Zeit wirklich eine enorme Investition. Aber egal, ich kratze meine letzten Kröten zusammen und holte mir die japanische Version des fantastisch aussehenden Polygon-Shooters Starfox (in Deutschland unter dem Namen Starwing erschienen). Kommen wir aber erst mal zur Story und zur Entstehungsgeschichte dieses Meilensteins.

Der japanische Game-Designer Shigeru Miyamoto ist den Meisten ja eher als Erfinder der Mario-Reihe bekannt, allerdings war Nintendos Mastermind auch in andere Projekte involviert. Zuerst aber ein paar Facts zur geschichtlichen Situation im Jahre 1993: Auf dem PC kamen damals bereits die ersten 3D-Spiele im Stile von Wing Commander auf den Markt und zeigten der Branche, wie moderne Games zu dieser Zeit auszusehen hatten . Da konnten die auf zwei Dimensionen spezialisierten Videospiel-Konsolen zur damaligen Zeit nicht mehr mithalten. Aber Nintendo, unter der Leitung von Miyamoto, hatte noch einen Trumpf in der Hand. Die Japaner werkelten nämlich heimlich an einen 3D Zusatz-Chip, namens Super FX-Chip (mit 10,5 Mhz Power!), der relativ kostengünstig produziert werden konnte und einfach auf das jeweilige Spielmodul gepflanzt wurde. So war es möglich, ohne Hardware-Upgrades, völlig neue Spiel-Elemente in Games zu integrieren. Dank dieses genialen Schachzugs konnten nun ganz neue Spielerlebnisse für das gute alte SNES realisiert werden. Das erste Game dieser Art sollte das hier vorgestellte Starfox werden.

Die Story von Starfox erinnert ein „kleines bisschen“ an Star Wars. Der grössenwahnsinnige Imperator Andross verbreitete Angst und Schrecken im ansonsten friedliebenden Lylat-Sonnensystem. Mit Hilfe einer riesigen Armee von Sternenzerstörern und Jägern versuchte der Bösewicht, der übrigens von einem Affen verkörpert wird, die Einwohner der heimischen Planeten zu unterjochen und somit die Herrschaft an sich zu reissen. Der intergalaktische Rat setzt alles auf eine Karte und schickt seinen besten Mann Fox McLoud, zusammen mit seinen Mitstreitern, in den Kampf gegen den garstigen Widersacher. Die mutige Heldentruppe rund um Fox besteht aus allerlei „Viehzeug“, wie einem tollpatschigen Frosch (Slippy), einem Hasen (Peppy) und einem Hahn (Falco). Das tierische Quartett macht sich im Laufe des Spiels auf den Weg zum Planeten Venom. Die Heimat des Erzbösewichts Andross.

Wie erähnt, war die technische Umsetzung des Spiels zur damaligen Zeit wirklich bahnbrechend. So pfeilschnelle Polygon-Grafik und rotierende 3D-Elemente kannte man bestenfalls aus der Spielhalle oder von Highend-PCs. Fox ballerte sich mit Hilfe seinen Raumjägers durch großflächige Areale. Die generelle Flugbahn des Vehikels wird dabei vom Spiel vorgegeben. Der Spieler hat allerdings die Möglichkeit in einem begrenzten Raum nach oben und unten zu fliegen und dabei aus allen Rohren auf seine Gegner zu ballern. Die Heerscharen des Imperators setzen sich aus fantasievollen Walkern und Gleitern zusammen, die euch das Leben teilweise wirklich schwer machen. Aber zum Glück habt ihr ab und an die Möglichkeit, diverse Extras aufzusammeln, die eure Bordkanone gehörig aufbohren.

Am Ende der jeweils sieben Levels warten natürlich bildschirmfüllende Endbosse auf euch. Diese lassen sich aber mit der richtigen Taktik durchaus bezwingen und der Schwierigkeitsgrad steigert sich im Laufe des Spiels kontinuierlich. Unfaire Stellen sucht man zum Glück vergebens. Im Laufe des Spiels habt ihr dann noch die Möglichkeit, in andere Vehikel, wie Kampfpanzer oder U-Boote zu wechseln, bis ihr schlußendlich auf den Imperator selbst trefft, um den finalen Kampf anzutreten.

FazitZuerst hatte ich ein wenig Angst, Starfox nach so langer Zeit wieder in mein SNES einzulegen. Denn oft lösen sich so manche nostalgischen Erinnerungen in Wohlgefallen auf, sobald man die angestaubten Games an heutigen Masstsäben misst. Aber die intuitive Spielbarkeit ist bis heute zeitlos. Sobald Fox McLoud die ersten Meter in seinem Raumgleiter zurücklegt, fühlt man sich sofort in die 90er-Jahre zurückversetzt. Der Spielspaß ist enorm, der Schwierigkeitsgrad moderat und die krachige Sounduntermahlung, inklusive Sprachausgabe, weiß auch heute noch gefallen. Natürlich gewinnt die Grafik, samt der texturlosen Polygone, heute keine Preise mehr. Damals sorgte diese Grafikpracht aber reihenweise für offene Münder.  Dank der spielerischen Qualität fiel mir die optische Umsetzung bereits nach wenigen Minuten nicht mehr negativ auf. Für mich ist der SNES-Erstling eindeutig der beste Vertreter der Starfox-Serie, auch wenn der Nachfolger Lylat-Wars auf dem Nintendo 64 ebenfalls überzeugen konnte. Über die eher mauhen Fortsetzungen auf dem Game Cube oder gar der WiiU möchte ich in diesem Zusammenhang mal lieber den Mantel des Schweigens breiten. Das Original ist halt immer noch die Nummer 1.

 

 

 

 

 

 

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